„Leben spüren Tag für Tag“ – Seniorenfreizeit in Vierzehnheiligen

„Leben, so wie ich es mag, Leben spüren Tag für Tag …“, das war ein Titel, mit dem der bekannte Sänger und Schauspieler Volker Lechtenbrink vor einiger Zeit einen Hit gelandet hat. Doch sind diese Zeilen überhaupt ein gutes Motto für alle, die im Leben nicht vorschnell aufstecken und sich Schwung und Lebensfreude erhalten wollen. Was in jüngeren Jahren selbstverständlich klingt, kann aber auch im Seniorenalter gelingen: wenn die Voraussetzungen stimmen! „Leben spüren Tag für Tag …“ lautete deshalb die Überschrift über eine Freizeitwoche für Seniorinnen und Senioren, zu der die Bildungshäuser Vierzehnheiligen vom 30. April bis 6. Mai 2017 eingeladen hatten. Übrigens in dieser Form zum ersten Mal: was im Jahr zuvor noch unter der Regie des Diözesan-Caritasverbandes in Vierzehnheiligen stattgefunden hatte, war inzwischen – nach dessen Rückzug aus dem Freizeitsegment – auf die Bildungshäuser Vierzehnheiligen der Erzdiözese Bamberg übergegangen.

Schon während des Anmeldezeitraums ließ sich ein reges Interesse bemerken; zu guter Letzt fanden sich dann 24 Seniorinnen und Senioren unterschiedlichen Alters, die älteste Teilnehmerin 96 Jahre und nach wie vor geistig rege, im Diözesanhaus ein. Dort wartete bereits ein bewährtes Duo auf sie: Hannelore Friedl, die die Kursleitung innehatte. Schon viele Jahre bietet sie Kurse und Freizeiten im Seniorenbereich an; sie hat sich dafür zahlreiche Qualifikationen erworben, die sie zur ausgewiesenen Trainerin für Gesundheit im Alter machen. In dieser Eigenschaft ist sie in den Bildungshäusern auch mit einer weiteren Veranstaltung präsent: halbjährlich angebotene Trainingskurse haben zum Ziel, die Gedächtnisfähigkeiten und die geistig-körperliche Fitness bis ins hohe Alter zu erhalten. Mit der Co-Leitung schließlich war Waltraud Christel betraut: sie stand den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterstützend zur Seite und besorgte einiges an Organisation.

Der erste Nachmittagskaffee – Sonntagmittag war die Anreise – diente der Begrüßung und dem gegenseitigen Kennenlernen. Und siehe da, neben den neuen waren auch einige gut bekannte Gesichter wieder mit von der Partie: ein schönes Wiedersehen! Weil auch die Tische im Speisesaal einladend eingedeckt waren (Hannelore Friedl hatte bereits für jeden einen Platzhalter in Herzform vorbereitet), war der erste Schritt zum Eingewöhnen in der neuen Umgebung schon getan. Der zweite war das Beziehen der Zimmer, die im frisch sanierten und vor knapp zwei Jahren wieder eingeweihten Diözesanhaus auch sonst viel Lob erhalten. Nach einer Hausführung zur Orientierung ging es schließlich in den Tagungsraum: er wurde der Gruppe die Woche über ein Stück zur Heimat. Ein Teil des Saales war ausgestattet mit Tischen, wiederum bunt und freundlich dekoriert, dazu etwas Obst für die kleine Mahlzeit zwischendurch: dies war der Ort für die Gesprächsrunden und Vorträge. Ein anderer Teil des Raumes, dafür eingerichtet, in der Runde zu sitzen, war für die eher „sportlichen“ und musikalischen Programmpunkte reserviert. Beides entsprach auch den Wünschen der Anwesenden, denn wie man so sagt: „Wer rastet, der rostet“ und „Mit Musik geht alles besser“! Eine Teilnehmerin, Musiklehrerin früher, hatte ihr Akkordeon dabei, zwei andere ihre Mundharmonika, und an einem Nachmittag gab es sogar für alle, die sich da einmal versuchen wollten, die Möglichkeit, Veeh-Harfe zu spielen.

Und nun einige weitere Impressionen!

Bei den jüngeren Menschen kennt man die sprichwörtlichen „Schmetterlinge im Bauch“, von den Junggebliebenen sah man an einem Abend zwei mit „Schmetterlingen im Haar“: das war die „Gewandung“ für einen heiteren Vortrag, an den sich dann – für die, die mochten – der ein oder andere fröhliche Tanz in den Frühling anschließen konnte.

An den Nachmittagen machten jeweils für eine Stunde verschiedene Referentinnen und Referenten „vom heiligen Berg“ ihre Aufwartung: So berichtete Schwester Engelharda vom Mutterhaus der Sankt Franziskusschwestern Interessantes und Wissenswertes aus dem ihrem langen Arbeits- und Klosterleben und schaute auch sonst während der Woche herein. Raimund Hümmer, Geschäftsführer der Bildungshäuser, ließ die bewegte Geschichte des Wallfahrtsortes und seiner Einrichtungen wieder lebendig werden. Und Pater Heribert Arens ofm, der Guardian des Franziskanerklosters und Verantwortlicher des Wallfahrtswesens in Vierzehnheiligen, erzählte über das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth.

 

An einem Nachmittag war es dann umgekehrt: aus naheliegenden Gründen kam der Referent einmal nicht ins Haus, sondern machten sich die Seniorinnen und Senioren auf den Weg zu ihm: gemeint ist der Basilikaorganist Georg Hagel, der gerade am Freitag dieser Woche die Reihe der Vierzehnheiligener Basilikakonzerte (während der Wallfahrtszeit immer Freitagnachmittag, 15 Uhr) eröffnete – und als Meister seines Faches mitreißen und begeistern konnte. Ein Fahrdienst brachte die, die nicht mehr so gut zu Fuß waren, den Berg hinauf bis zur Basilika.

Daneben blieb Zeit für leichte Spaziergänge in die Umgebung, zu denen sich nicht selten zwei oder mehr Teilnehmerinnen zusammentaten.

Umrahmt wurde das Ganze durch das Angebot zu geistlichen Gesprächen und, immer nach dem Abendessen, auch zum Gottesdienst: mit dem Geistlichen Rektor der Bildungshäuser, Prof. Dr. Elmar Koziel, und Schwester Christina Schirner, die für die musikalische Begleitung sorgte.

Und was waren die weiteren Eindrücke? Gelöste Gesichter, gesellige Gemeinschaft, Spaß und Frohsinn in heiter Runde, Spiel, Bewegung, Gesang, aber auch gemeinsam geteilte Gedanken und Erinnerungen, an das, was ganz persönlich bewegt. Dazwischen immer wieder eine helfende Hand oder ein gutes Wort. Am Ende hieß es: „Wir kommen wieder!“

Der nächste Kurs mit Hannelore Friedl unter dem Thema „Sonne, Sonne, Fröhlichkeit. Im Einklang von Körper und Geist! Älter werden und geistig fit bleiben“ findet vom 18. bis 21. Juli im Diözesanhaus Vierzehnheiligen statt. – Die nächste Seniorenfreizeit in Vierzehnheiligen ist im nächsten Frühjahr, vom 8. bis 14. April 2018.

Anmeldungen jeweils an die Bildungshäuser der Erzdiözese Bamberg, Vierzehnheiligen 9, 96231 Bad Staffelstein,
Tel. 09571-9260 (Rezeption) oder per Mail: info@14hl.de